Auf den Spuren des Seligen Nikolaus Groß Zum Gedenken an den Seligen und Märtyrer Nikolaus Groß fand jetzt anlässlich seines 66. Todestages eine Fahrt nach Mülheim statt, um dort das beeindruckende Musical „Nikolaus Groß“ zu besuchen.
 Das erste Ziel der Fahrt war jedoch der Geburtsort des Seligen: Niederwenigern bei Hattingen. Im dortigen Museum stellte eine Zeitzeugin, Frau Marianne Kappert, die Person und das Leben von Nikolaus Groß vor. Anschließend stand die Pfarrkirche von Niederwenigern auf dem Programm. In der Kirche St. Mauritius ist ein Mahnmal des Seligen Nikolaus Groß zu sehen. Die Siegerländer versammelten sich am Taufstein der Kirche, über dem Nikolaus Groß als Kind im Jahr 1898 getauft wurde. Eine Gedenkplatte aus Bronze erinnert außen an der Kirche an Leben und Wirken von Nikolaus Groß sowie die Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. vor 10 Jahren.
Nach diesen informativen Besuchen und Begegnungen in Niederwenigern führte die Fahrt weiter nach Mülheim-Dümpten. In der dortigen Pfarrkirche St. Barbara findet seit 1998 regelmäßig die Aufführung des beeindruckenden Musicals statt, das sich ganz dem Leben und Sterben des Seligen widmet. Das Musical wird von Laienschauspielern und Laienmusiken sowie vielen Sängern der Kirchengemeinde aufgeführt. Insgesamt liegt die Zahl der Beteiligten bei ca.150 Personen. Die Darstellungen werden auf drei verschiedenen Ebenen, der Kirche selbst, einer Bühne und einer Empore, aufgeführt.
| In der dreistündigen Aufführung geht es um das Leben, Wirken und Sterben von Nikolaus Groß. Er war Bergmann, Gewerkschaftler, Familienvater, Redakteur und Chefredakteur der Westdeutschen Arbeiter Zeitung (WAZ) und Mitglied der Verbandsleitung der KAB Westdeutschlands. Die Darstellung als Musical ist gekonnt. So fehlte weder dar Kirchenlied „Großer Gott wir loben dich...“ noch das bekannte Bergmannslied „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt ...“ Ein paar Nazilieder machten deutlich, in welch schwieriger Zeit Nikolaus Groß lebte. Er hatte eine Familie mit sieben Kindern, die es zu versorgen galt. Drei Dinge waren Nikolaus Groß besonders wichtig: seine Arbeit, das aktive Christsein und seine Familie. Mit seiner Aussage: „Wenn wir heute nicht unser Leben einsetzen, wie wollen wir dann vor Gott und unserem Gewissen einmal bestehen?“, stellte er sich gegen das NS-Regime. Er klagte das Unrecht an und sah den Untergang voraus. Er hatte Kontakt mit der Widerstandsbewegung des 20. Juli 1944. All dies führte zu seiner Verhaftung und am 23.01.1945 zur Hinrichtung durch den Strang. Seine Ehefrau Elisabeth Groß hat stets zu ihm gehalten und sich aufopfernd und liebevoll um die Kinder gekümmert. Ihr Sohn Bernhard, Diakon in der kath. Kirche, lässt es sich nicht nehmen, an den Aufführungen des Musicals, das sich selbst eher als Andacht versteht, teilzunehmen. |
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Das Musical ging den Zuschauern wahrhaft unter die Haut. Die schauspielerische Leistung sowie die Chorgesänge und auch die Einzelstimmen konnten begeistern. Der Kontrast zwischen dem Nazi-Regime und dem praktizierenden Katholiken Nikolaus Groß konnte nicht besser dargestellt werden. Ein Vergleich mit der Passion von Oberammergau sei erlaubt. Hier ging es nicht um die Leidensgeschichte von Jesus und seinem Tod am Kreuz, statt dessen aber um das Leben eines einfachen christlichen Arbeiters mit seiner Familie, die Folter im Gefängnis und seinen Tod durch den Strang in Berlin Plötzensee. Jesus ist nach dem Tod auferstanden. Nikolaus Groß wurde am 07. Oktober 2001 durch den Papst selig gesprochen. Anlässlich des 10-jährigen der Seligsprechung von Nikolaus Groß wird das Musical in der Gebläsehalle zu Hattingen am 30.09.2011 zum 60. Mal aufgeführt. Hier warten ca. 2.000 Plätze auf die Besucher. Die KAB lädt schon jetzt zu dieser Fahrt ein.
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