Bezirkstag 2011 | Drucken |
„Jetzt ist die Stunde der KAB!“
Bezirksdelegiertentag fordert verstärkte Einmischung in die Sozialpolitik

KIRCHHUNDEM-RAHRBACH. Angesichts drängender sozialer Probleme haben die rund 90 Delegierten des KAB-Bezirksverbandes Olpe/Siegen eine stärkere Einmischung ihres Verbandes in die Tagespolitik gefordert. In mehreren Anträgen wurden die Verantwortlichen gebeten, die Positionen der KAB politischen Mandatsträgern nachdrücklich ans Herz zu legen.
Wegen der ab 1. Mai geltenden Freizügigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innerhalb der EU müssen mehr Branchen in das Entsendegesetz aufgenommen werden, um Lohndumping bei der Zeitarbeit zu verhindern, lautete eine Forderung. Gleiche Arbeit müsse gleich entlohnt werden, denn auch darin spiegele sich die Würdigung der Erwerbsarbeit, hieß es in dem Antrag. Zudem müsse sichergestellt werden, dass jemand, der sein Leben lang gearbeitet habe, von der erwirtschafteten Rente auch leben könne.
Auch der Schutz des arbeitsfreien Sonntags stellt für die Delegierten ein drängendes Problem dar. Er stelle ein Grundrecht dar, das dem Schutz von Ehe und Familie sowie der Religions- und Vereinigungsfreiheit diene und durch immer mehr Ausnahmeregelungen  ausgehöhlt werde. Hier wird die Landesregierung aufgefordert werden, ihr Wahlversprechen einzulösen und das Ladenöffnungsgesetz zu verschärfen.
Ein weiterer Antrag beschäftigte sich mit der Präimplantationsdiagnostik (PID), die es erlauben soll, dass künstlich erzeugte Embryonen, die bestimmte genetische Abweichungen aufweisen, identifiziert und von der Übertragung in die Gebärmutter ausgeschlossen werden. Hier sind die KAB´ler der Auffassung, dass die Menschenwürde mit Füßen getreten wird, weil man sie einzelnen Embryonen abspreche. Ohnehin hätten Eltern kein Verfügungsrecht über ihre Nachkommen, da sie ihnen nach christlichem Verständnis lediglich zur Fürsorge anvertraut seien. KAB-Bezirksvorsitzender Peter Thesing und seine Stellvertreterin Hildegard Schlüter wollen die Bundestagsabgeordneten der Region ansprechen und sie fragen, wie sie sich bei der Abstimmung über PID im Parlament verhalten werden.
Erfreut nahmen die Delegierten zur Kenntnis, dass sich in manchen KAB-Vereinen ein Generationswechsel vollziehe. Im mitgliederstarken Ortsverein Wenden-Ottfingen steht seit kurzem mit Olaf Arns ein junger Mann an der Spitze, der sich nun auch um eine stärkere Einbindung junger Leute in die KAB kümmern will.