| Presse: Kernproblem Langzeitarbeitslosigkeit | | Drucken | |
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Kernproblem Langzeitarbeitslosigkeit Bundesregierung kürzt Mittel um über eine Milliarde Euro Olpe/Siegen Vor dem Hintergrund, daß die Zahl der Personen, die mehr als 12 Monate arbeitssuchend sind, im letzten Jahr auf 916.000 angestiegen ist, sind die Kürzungen ein sozialpolitischer Skandal, erklärten die Mitglieder des KAB-Vorstandes in ihrer jüngsten Sitzung im Josef-Gockeln-Haus in Rahrbach. Besonders bei Beschäftigungszuschüssen ist ein Minus von bis zu 70% zu verzeichnen. Mit diesen Mitteln unterstützen die Jobcenter und Optionskommunen Betriebe die extrem schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose einstellen.
KAB fordert grundlegende Reformen: „Die Langzeitarbeitslosigkeit stellt ein Kernproblem der Arbeitsmarktentwicklung dar“, betonte die stellvertretende KAB-Bezirksvorsitzende Hildegard Schlüter. Sie verwies darauf, daß der KAB-Bundesausschuß mit der Erklärung „Massenarbeitslosigkeit wirksam abzubauen, statt Arbeitssuchende ausgrenzen!“ eine arbeitsmarktpolitische Offensive gefordert hatte. „Mit der neuen Marschrichtung im Bundesarbeits- und Bundesfinanzministerium wird einmal mehr am falschen Ende gespart“, sagte Erwin Vitt, Mitglied des Bezirksvorstandes. Er bezieht sich dabei auf den Leiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller. Dieser hatte die Entwicklung kritisiert. „Wenn man beim immer noch großen Problem der Langzeitarbeitslosgkeit nachhaltige Erfolge erzielen will, wird es ohne entsprechende Investitionen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen nicht gehen“, sagte der Chef des BA-nahen Instituts. Die KAB mahnte, den Rotstift nicht im Bereich der Fördermaßnahmen für Arbeitslose trotz scheinbarer Entspannung am Arbeitsmarkt anzusetzen. Gestrichen um knapp ein Viertel wurde auch bei „Beschäftigungsbegleitenden Maßnahmen“ insgesamt. Gleichzeit sank die Zahl der Qualifikationen um 39%. „ Statt die Mittel für paßgenaue Bildungs- und Wiedereingliederungsmaßnahmen zielgerichtet und kontinuierlich zu erhöhen, greifen gerade in diesem Bereich Restriktionen. Einrichtungen, die bei Bildungs- und Wiedereingliederungsmaßnahmen tätig sind, werden durch die markt- und preisgesteuerter Vergabepolitik unter Druck gesetzt“, so der KAB-Bezirksvorstand. Die KAB-Deutschland setze auf grundlegende Reformen und eine offensive Arbeitszeitpolitik. „Die „Tätigkeitsgesellschaft“ mit Ihrer gleichwertigen Anerkennung der Erwerbsarbeit, der Privatarbeit oder Eigenarbeit und der gemeinwesenbezogenen Arbeit ist für die KAB dieses Leitbild, das auch ein „Mehr“ an Solidarität und Gerechtigkeit setzt. Arbeit ist mehr als Erwerbsarbeit und Arbeitszeit ist Lebenszeit“, so die Erklärung des KAB-Bezirksvorstandes im Josef-Gockeln-Haus in Rahrbach.
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